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Krabat entdecken
Bildurheber: Schwarzkollm
Auf den Spuren von Krabat durch
Schwarzkollm bis hin zur
sagenumwobenen
„Schwarzen Mühle“
im Koselbruch
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Schwarzkollm ist Ortsteil der Stadt Hoyerswerda – sorbisch Čorny Chołmc – und befindet sich am Rande der größten künstlich entstehenden Wasserlandschaft Europas und der KRABAT-Region. Mit ihren über 600 Jahren und ca. 900 Einwohnern ist Schwarzkollm eine der ältesten Ortschaften dieser Region.
Ein vielfältiges Angebot an Traditionen und Bräuchen (Fastnachten, der Ostermarkt, Singen am KRABAT-Brunnen, Hexenfeuer, Maibaumwerfen, Kirmes und Weihnachtsmarkt) ist bis zum heutigen Tage überliefert und wird liebevoll gepflegt.
Mit aktuell 15 Vereinen können wir stolz auf eine große aktive Vereinstätigkeit schauen. Seit mehr als 10 Jahren sind die Schwarzkollmer Bürger bemüht den Ort touristisch zu entwickeln. Der Dorfplatz mit dem Frentzelhaus und dem KRABAT-Brunnen, Informationstafeln im Ort, einem Erlebnispfad, die Rad- und Wanderwege und der entstehende Erlebnishof KRABAT-Mühle Schwarzkollm sind Beweise dafür.
Schwarzkollm ist Preisträger im Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" und hat 1993 die Silberplakette und 1995 die Goldplakette erhalten. Weiterhin wurde Schwarzkollm 1995 Sieger im TAT-Orte Wettbewerb. Auf Bezirksebene konnte Schwarzkollm 2008 im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ siegen. Mit der Teilnahme am Wettbewerb „Sachsens Themendörfer“ möchte Schwarzkollm sich um fachliche Unterstützung bei der Ausrichtung als touristisches Dorf bewerben.
Die evangelische Jugendarbeit des Bibel-Freizeit-Heim Engedi und die Aktivitäten des Schullandheims Schwarzkollm bereichern den Ort mit den unterschiedlichsten Angeboten enorm und steigern die Bekanntheit von Schwarzkollm deutschlandweit.
Bildurheber: Schwarzkollm Ein Schmuckstück von Schwarzkollm ist der Dorfplatz, der als Zentrum für Bürger und Gäste dient.
- mit dem KRABAT-Brunnen (nach einem Entwurf nach Jürgen von Woyski, Ausführung durch den Steinmetz Steffen Springer),
- die KRABAT-Stele (entworfen und geschaffen von Metallgestalter Harald Lukschanderl),
- dem Frentzelhaus mit Heimatstube,
- den Vereinsräumen (Jugendclub, Dorfclub, Landfrauenortsverein, Brauchtumsgruppe Krabat e.V., …)
- eine Gaststätte mit gut bürgerlicher Küche und Kegelbahn
Die Marienkirche Schwarzkollm wurde als gotische Kirche im 12./13. Jahrhundert erbaut und nach einem Brand 1858 im klassizistisch-romanischen Stil wieder errichtet. Umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen im Außen- und Innenbereich und die Wiederinbetriebnahme der „Schlag-Orgel“ haben die Kirche zu einem sehr beeindruckenden Bauwerk gemacht. Die Kirche gehört dem evangelischen Kirchenkreis Hoyerswerda an.
Der Altar der Kirche wurde 1990 wieder so hergestellt, wie er 1859 entworfen wurde. Die Figuren wurden erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt.
Bildurheber: Schwarzkollm Der Kruzifixus ist die älteste Figur, welche die Passion Jesu im Mittelalter darstellt. Der heilige Sankt Martin, Bischof von Tours, gründete die ersten Kirchengemeinden. Die heilige Margareta gilt als eine der 14 Schutzheiligen in der katholischen Kirche. Der Apostel Petrus war einer der bedeutendsten Jünger Jesu der nach seinem Tod zu einer führenden Persönlichkeit der jungen Kirche wurde. Die Lehre des Apostel Paulus ist in seinem Brief im Neuen Testament enthalten. Den Mittelpunkt bildet die Botschaft des Todes, der Auferstehung und Erhöhung. Der Taufengel wurde bei Taufen über einen Seilzug nach unten gelassen.
Traditionen und Brauchtum
Die Bewahrung und die Fortführung der Traditionen und der Bräuche haben für die Schwarzkollmer Bürger eine große Bedeutung.
- Der Jugendclub (mit seinen über 60 Mitgliedern!) veranstaltet jährlich die Fastnacht (Zampern) mit den Umzügen von Haus zu Haus und das Maibaumwerfen in sorbischer Tracht
- Die Kita „Krabat“ – Witaj-Gruppe lernt und pflegt das sorbsiche Brauchtum liebevoll (Höhepunkt ist die Vogelhochzeit)
- Der Chor der Brauchtumsgruppe Krabat e.V. pflegt das sorbische Liedgut
- Die Tanzgruppe Schwarzkollm bewahrt die sorbischen Trachten und Tänze
Die Tracht der Sorben um Hoyerswerda wird heute noch in ca. 24 Ortschaften getragen. Die bestehen hauptsächlich aus Woll- und Leinenstoffe, Seide und Tüll. Die Tracht um Hoyerswerda besitzt eine stark ausgeprägte Symbolik, daher resultiert auch, dass diese die variantenreichste unter den sorbischen Trachten ist.
In Schwarzkollm tragen nur noch sehr wenige Bürger die sorbische Tracht als Alltagstracht. Deshalb möchten wir Ihnen die zwei bedeutsamsten Trachten vorstellen – das sind die Arbeitstracht und die Festtagstracht.
Drei- bzw. Vierseitenhöfe
Um die ortstypischen baulichen Gegebenheiten von Schwarzkollm zu erhalten und in die zukünftige Dorfgestaltung mit einzubeziehen, wurde ein Ortsentwicklungskonzept erarbeitet das bis dato noch bestand hat. Dadurch das Schwarzkollm von 1994-1998 Förderdorf war, wurde die einheitliche Dorfentwicklung vorrangig mit finanziellen Mitteln vom Land Sachsen gefördert. Die Ergebnisse kann man bei vielen Häusern sehen. Typische Höfe mit Torbogen zeigen.
Bildurheber: Schwarzkollm Erlebnishof KRABAT-Mühle Schwarzkollm
Die Idee: Die KRABAT-Mühle ein einzigartiges kulturelles Angebot
Mit dem Konzept verfolgt der Verein Krabatmühle-Schwarzkollm e.V. die historische und vielfach in der Literatur verankerte „Schwarze Mühle“ (KRABAT-Mühle) als einzigartiges Kulturangebot in der Lausitz zu realisieren. Am Standort Schwarzkollm soll eine Erlebniswelt rund um die Figur „Krabat“, den sorbischen Faust und guten Zauberer, geschaffen werden, die Darstellung des traditionellen Handwerks und des sorbischen Brauchtums. Sie soll in der Region einen erheblichen Beitrag zur Wiederbelebung ihrer eigenen und ursprünglichen Identität leisten und nicht zuletzt Initiativen bündeln und vernetzen.
Für den Aufbau des Erlebnishofes werden denkmalgeschützte Gebäude umgesetzt, die damit vor dem Verfall gerettet werden (Erhaltung wertvoller Bausubstanz)
Hintergrund: Die Sage von KRABAT und ihre Verwurzelung in der Lausitz
Die Grundlagen für die Idee der „KRABAT-Mühle“ liefern die vielen Geschichten, Sagen und Verfilmungen rund um die Figur „Krabat“ alias Johann von Schadowitz. Krabat ist seit vielen Jahrhunderten in der Region verwurzelt und heute Mittelpunkt der thematischen Regionalentwicklung „Auf den Spuren des KRABAT“ in der sog. KRABAT-Region im Städtedreieck Bautzen – Hoyerswerda – Kamenz. Die KRABAT-Mühle ist dabei ein Schlüsselprojekt der Oberlausitz.
Bildurheber: Schwarzkollm Ausgangssituation
Die „KRABAT-Mühle“ (Schwarze Mühle) in Schwarzkollm ist der Ausgangspunkt für die verschiedensten sagenumwobenen Lebensstationen des Krabat. Einen neuen‚ deutschlandweiten Bekanntheitsgrad erlangte die Figur Krabat mit dem gleichnamigen Jugendbuch von Ottfried Preußler und dem Kinofilm Krabat (2008).
Da die Handlung des Buches überwiegend in Schwarzkollm spielt, suchen immer wieder Touristen aus ganz Deutschland und inzwischen auch aus anderen europäischen Ländern die Lebensstationen von Krabat auf.
Die freireisenden Wandergesellen Deutschlands unterstützen das Gesamtvorhaben „KRABAT-Mühle“ seit dem Jahr 2006 aktiv mit. Das Gesindehaus – ihre Bude – stellt einen Anlaufpunkt und Aufenthaltsort für viele Wandergesellen aus Deutschland dar.
Mittels einer Vereinbarung mit der Filmgesellschaft hat sich der Verein umfangreiche Kulissen und Requisiten aus dem Film für die Nachnutzung am Originalschauplatz im Koselbruch gesichert.
Der Verein ist Eigentümer einer Mühle, die noch aufgearbeitet werden muss. Die Mühlentechnik, die über ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben werden soll, wird sich im Mühlenturm der Schwarzen Mühle wiederfinden.
Weitere Informationen
Quellenangabe:
Jürgen Bollmann
