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29.05.2012
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Von Mordstein bis Sühnekreuz


Das Bedürfnis Erinnerungsmale zu setzen lebt bis in die heutige Zeit fort. Die hier aufgeführten sind die häufigsten Gestaltungsformen und Errichtungsgründe.


Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Sven Gerth

Sühnekreuze stammen ca. aus dem 13. - 16. Jh. und sind Denkmale des mittelalterlichen Rechts. Sie waren Erfüllungsteil von Sühneverträgen, zwischen zwei verfeindeten Parteien, um Blutfehden wegen Mordes oder Totschlages zu beenden. Auf Ihnen sind nur Bilder der Mordwaffe oder berufstypische Geräte des Getöteten abgebildet, da Bauern nicht lesen konnten. Mit Einführung der Handelsgerichtsordnung unter Kaiser Karl V. wurden Sie "offiziell" abgeschafft. Aber erst das 17. Jh. räumte endgültig mit Ihnen auf.



Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Sven Gerth

Steinkreuze sind wie der Name schon sagt, in kreuzform gehauene Steine. Diese sind nach bzw. im 16. entstanden. Sie wurden als Wetter-, Pest-, Sationskreuze von Pilgern und Prozessionen oder als Grenzmarkierungen von Kirchenparochien gesetzt.



Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Sven Gerth

Kreuzsteine können die unterschiedlichsten Entstehungsgeschichten haben. Einige von Ihnen lassen sich z.B. den Sühnekreuzen zuordnen, sie weichen nur in der Grundform ab. Dies kann aber auch regionale Gründe haben oder vom Vermögen des Stifters abhängig gewesen sein.



Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Sven Gerth

Mord- und Denksteine wurden seit dem 16. Jh. gesetzt. Diese sind meist mit Bildern, Worten und Datierungen versehen. Sie verweisen auf ein bedeutendes oder dramatisches, regionales Ereignis hin, wie tragische Unglücksfälle, hinterhältige Morde aber auch freudige Anlässe wie Erlegung des letzten Bären, Luxes oder Wolfes der Region.



Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Sven Gerth

Bildstöcke, Martern, Betsäulen wurden im späten Mittelalter aus unterschiedlichsten Gründen errichtet. Einige volkstümliche Bezeichnungen sind "Gerichtsmarter", "Mordmarter" oder "Hagelmard". Diese Bezeichnungen geben meist schon einen ersten Hinweis auf den Anlass zur Setzung. Das Fortleben und Ausgestalten des Bildstockthemas geht durch die Jahrhunderte.



Die nachfolgenden Steine aus unserer Region sind nur ein kleiner Teil der Vorkommen und keine der Dokumentationen ist völlig abgeschlossen, da viele Steine noch nicht entdeckt wurden oder einfach verschwunden sind durch Bauarbeiten oder ähnliches.

Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Dörte Bleul

Bautzen
Standort: Auf dem Taucherfriedhof Teil 2, nördlich der Frankschen Gruft, auf dem freien Platz zwischen dieser und dem Reißnerschen Erbbegräbnis.
Geschichte: Genannt "Mordstein". Achtseitiger Pyramidenstumpf in Form einer schlanken Säule. Auf allen acht Flächen in gleicher Höhe, friesartig umlaufend, je ein gleichartiges lateinisches Kreuz mit gabelig gespaltenem Schaft, als Flachrelief aus der Basis aufsteigend, auf dem Scheitel viereckiges Dübelloch für früher vorhandenes Kreuz. Das Kreuz fehlt seit 1509(?) nebst dem Sockel mit der Jahreszahl 1404. Jetzt auf quadratischen Granitsockel gestellt. Der Stein stand bis 1598 in der Töpferstraße. (Müller / Quietzsch 1977)
Sage: Der Bautzener Bürgermeister Ratsherr Martin Bischoffswerde wurde 1404 mit einem seiner beiden Söhne auf dem Ritt nach Gröditz ermordet. Der andere Sohn stürzte auf der Flucht auf der Töpfergasse tödlich vom Pferde.



Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Dörte Bleul

Groß-Seitschen
Standort: Kreuz steht an einem Kirschbaum, vor Häusergruppe.
Geschichte: Das Steinkreuz ist sehr schwer zu finden, da es durch Straßenbauarbeiten nun unter dem Niveau der Straße liegt.
Südlich vom Ort zwischen Großseitschen und dem Bahnhof Seitschen, 1,5m westlich an der Straße nach Gaußig auf der Böschung zum Feld, 85m nördlich des ersten Feldweges der vom Bahnhof aus gerechnet westlich von der Straße abzweigt Die Inschrift des Denksteines lautet:

R.v.W.J
28. Sept.
1903
Derzeit fehlerhaft als 1403 ausgemalt. Gesetzt für einen mit dem Fahrrad verunglückten Knaben. (Müller / Quietzsch 1977)



Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Sven Gerth

Gräfenhain
Standort: Am südöstlichen Ortsausgang, unmittelbar an der Dorfstraße, an der Zufahrt zum ehemaligen Rittergut.
Geschichte: Auf der Vorderseite ist als Ritzzeichnung ganz deutlich eine Rodehacke zu sehen. Das Kreuz wird von den Leuten das "Mordkreuz" genannt.
Sage: Die eingeritzte Hacke als Beil oder Axt umdeutend, erzählt man sich in der Gegend, zwei Zimmerleute hätten sich einst um ein Mädchen gestritten, seien aufeinander losgegangen, und der eine hätte den anderen mit einem Beil erschlagen.



Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Dörte Bleul

Kotten
Standort: Direkt an der Straße nach Kotten, in einer Kurve, umgeben von einigen Bäumen.
Geschichte: Benennung: "Totes Mädchen". Hohe Granitsäule, drei Seiten mit Motiven. Farbig gestaltet. Noch immer kennen die Menschen die Geschichte von dem Mädchen, das zur Hochzeit wollte. Der Ort hat noch heute eine besondere Bedeutung.
Eine junge wendische Patin soll dort von einem böhmischen Soldaten erwürgt und beraubt worden sein. Da der Mörder den eingeflochtenen Haarschmuck nicht zu lösen vermochte, schnitt er der Ermordeten das Haupt ab. Noch heute bewahrt die Bevölkerung dem unschuldigen Opfer ein frommes Gedenken, legt beim Vorübergehen ein Zweiglein an die Säule und nennt den Ort "Totes Mädchen". (Wendt 1925)



Von Mordstein bis Sühnekreuz
Opublikowa³: Sven Gerth

Weißkollm
Standort: Nördlich des Weges, der von der Dorfstraße in den ehemaligen Gutspark führt, in einem Gartengrundstück neben einer Eibe.
Geschichte: Großes Doppelkreuz, oberer Querbalken kürzer als der untere, Schaft im unteren Teil quadratisch, an etwa 30cm Höhe achteckiger Querschnitt des Schaftes, der Arme sowie des Kopfes. Auf der Westseite ein Schwert, Griff und Parierstange in der unteren Kreuzung, Spitze durch Bruch nicht erhalten. Länge noch 80cm, Grifflänge 19cm Länge der Parierstange ist 23cm, Klingenbreite 6cm. Der Griff im Knaufbereich etwas abgeknickt. Auf der Ostseite in der unteren Kreuzung ein unregelmäßiges Viereck (16:20cm). Im unteren Teil des Schaftes alt gebrochen und mit Eisenmanschetten zusammengefügt. Später wieder umgebrochen. Am Anfang der 1970er Jahre wieder mit Manschetten versehen und aufgestellt.
Sage: Das Kreuz soll an ein tödlich ausgegangenes Duell erinnern.





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Bilder und Dokumentationen von www.suehnekreuz.de


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