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Der Oberlausitzer Sechstädtebund


Der Oberlausitzer Sechstädtebund
Bildurheber: cm Bautzen


Zum Schutz des Landfriedens in der Oberlausitz schlossen sich die Städte Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban, Löbau und Zittau am 21. August 1346 zu einem Schutz- und Trutzbündnis zusammen, das sich in seinen Anfängen vornehmlich gegen das Raubrittertum richtete. Zu Beginn ein eher loses „Achtbündnis“, entwickelte sich der Sechsstädtebund zu einer die Geschichte der Region über Jahrhunderte entscheidend beeinflussenden Institution, die alle anderen Städtebündisse überdauern sollte. Der Zusammenschluss führte zu einem erheblichen Aufschwung des Ansehens und der politischen Macht der beteiligten Städte. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Gründung von Karl IV. ausging, um ein Gegengewicht zum Landadel zu schaffen. 1351 erkannte er den Oberlausitzer Sechsstädtebund an und kam 1355 selbst in die Oberlausitz, wo er die Zerstörung verfemter Raubnester durch die Städte anordnete. Zerstört wurden unter anderen: Tollenstein, Oybin, Landeskrone und Falkenstein.


Der Oberlausitzer Sechstädtebund
Die Turmspitzen der Görlitzer Peterskirche
Bildurheber: cm Bautzen

Im Gegensatz zu anderen Landesteilen gab es in der Oberlausitz mit Ausnahme der Zeit vor dem 12. Jahrhundert, wo Bautzen als alter Stammessitz der Milzener der einzige nennenswerte Ort der Region war (Land Budissin), nie eine eindeutig dominierende Stadt. Auch wenn Bautzen das Verwaltungszentrum und Görlitz über viele Jahrhunderte die wirtschaftlich stärkste und bevölkerungsreichste Stadt waren, wurden die Bedeutungsunterschiede der Städte nie so groß, dass es ein in allen Bereichen dominierendes Zentrum der Region gab. Allerdings ist im Oberlausitzer Sechsstädtebund eine Zweitteilung in die drei „großen“, mächtigeren Städte (Görlitz, Bautzen, Zittau) und die drei „kleineren“ Städte (Löbau, Kamenz, Lauban) erkennbar, im Prinzip waren aber alle Städte im Bund gleichberechtigt.







Vorort des Bundes war Bautzen. Es führte den Vorsitz und hatte im Rat die erste Stimme. Bis Mitte des 14. Jahrhunderts war Bautzen auch wirtschaftlich und in den Bereichen Kultur und Bildung führend. Bautzen hatte das Recht, alle im Namen der Sechsstädte ausgefertigten Briefe zu untersiegeln und alle ankommenden Schreiben zu öffnen. Dies führte in späterer Zeit gelegentlich zu Streitigkeiten mit Görlitz, welches spätestens seit Anfang des 15. Jahrhunderts wirtschaftlich überlegen war. Bedeutend für Bautzen war auch, dass es Sitz des Landvogtes war, dem Vertreter der Regierungsgewalt und Stadthalter des Königs, der die oberste militärische, administrative und richterliche Gewalt vereinigte.


Der Oberlausitzer Sechstädtebund
Bautzen Ortenburg
Bildurheber: Julian Nitzsche


Görlitz stieg schon relativ früh aufgrund seiner im Vergleich zu Bautzen (zur damaligen Zeit) verkehrsgünstigeren Lage zur ökonomisch stärksten Stadt auf, die besonders viele Privilegien erhalten hatte und diese auch gut ausnutzte. In vielen Bereichen übernahm die Stadt deshalb in späterer Zeit eine Führungsrolle innerhalb des Bundes.

Zittau besaß anfangs noch eine eigene Vogtei, die aber schon 1412 aufgelöst wurde. Die Stadt war ebenfalls sehr reich und konnte Bautzen in ökonomischer Hinsicht eine gewisse Zeit lang sogar auf Platz 3 verdrängen.

Die anderen drei Städte waren wirtschaftlich schwächer und deshalb weniger an einer Vorrangstellung interessiert. Bei Streitigkeiten schlug sich Kamenz öfter auf die Seite Bautzens und Lauban auf die Seite von Görlitz, was mit der geografischen Lage zusammenhing. Löbau erlangte besondere Bedeutung durch die hier abgehaltenen jährlichen Versammlungen (Konvente).




Weitere Informationen

Quellenangabe:
Wikipedia Oberlausitzer Sechsstädtebund Bearbeiter: Jürgen Bollmann


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