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Eine moderne Ausbildungsstätte in Bautzen
Philipp-Melanchthon-Gymnasium BautzenEine redaktionelle Praktikumsarbeit von Theresa Tobschall (15 J.)
Bildurheber: pmg-bautzen.de Die ersten Jahre
Die Schule war zunächst ein Franziskanerkloster und wurde später in der Michaeliskirche und schließlich in der Tuchmacherbastei untergebracht.
Das Gymnasium ging aus der 1527 gegründeten evangelischen Ratsschule im Zuge der Reformation hervor. Der erste Schulmeister, der genannt wurde, hieß Jakob Loß.
1534 nahm die Schule den Charakter einer „Selecta“ an, d. h. nur wenige begabte Schüler wurden nach einer Aufnahmeprüfung aufgenommen.
1559 gab es zunächst nur vier Klassen mit Schülern im Alter von sechs bis sieben Jahren, die von vier bis fünf Lehrern in Religion, Dialektik und Rhetorik, sowie Latein, Griechisch, Arithmetik als auch Deutsch unterrichtet wurden. Der Unterricht dauerte im Sommer von sechs bis neun Uhr und im Winter von sieben bis zehn Uhr an. Es wurde auch von zwölf bis fünfzehn Uhr unterrichtet.
Seit 1588 gab eine Schulglocke, die das Signal zu Beginn des Unterrichts gab. Sie wurde bei einem Brand in der Tuchmacherbastei zerstört. 1686 wurde eine neue Glocke nachgegossen. Sie hängt heute über dem Hintereingang des Gymnasiums und steht als Symbol der Kontinuität der humanistischen Ausbildung.
Eine neue Schule wurde gebaut
1861 stellte der Landtag 20000 Taler zur Verfügung um ein neues Grundstück zu kaufen, auf dem eine neue Schule gebaut werden sollte, denn es gab bereits ca. 150 Schüler.
1861 wurde sie schließlich eingeweiht. Über dem Vordereingang wurde der Spruch „DOCTRINAE SAPENTIAE PIETATI“ (der Unterweisung der Weisheit dem Pflichtgefühl) von dem damaligen Rektor Palm angebracht.
Zu beiden Seiten des Gebäudes wurde 1884 ein weiterer Teil angebaut und 1899 die Turnhalle errichtet.
Bis 1936 bestand die Schule als humanistisches Gymnasium, d.h. Latein und Griechisch wurden zu wichtigen Pflichtfremdsprachen.
Im Nationalsozialismus 1939 wurden viele humanistische Gymnasien gleichgeschaltet, so auch das Gymnasium in Bautzen. Die Schule wurde in eine „Staatlichen Oberschule für Jungen“ umgewandelt. Nach dem zweiten Weltkrieg war im Gebäude des Gymnasiums eine Handelschule, später eine Berufsschule und schließlich eine „Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule“ untergebracht.
Bildurheber: pmg-bautzen.de Moderne Ausbildungsstätte
Heute ist das Gymnasium eine moderne Ausbildungsstätte mit einer hohen naturwissenschaftlichen als auch einer gediegenen sprachlichen Bildung.
Der Name Philipp Melanchthon wurde der Schule 1998 verliehen, um die Wiedereinführung der Lateinischen Sprache zu würdigen.
Es werden insgesamt ca. 620 Schüler unterrichtet. Die Schule nimmt an vielen Veranstaltungen und Wettbewerben teil.
Weitere Informationen
Quellenangabe:
Theresa Tobschall, Schülerin des Philipp-Melanchton-Gymnasiums.
